Echt wahr!!! Lila Affen gesichtet!!!

Lila Affen

Echt wahr!!! Lila Affen gesichtet!!!

Glaube nur, was du selbst gefälscht hast

Letzte Woche kursierte ein unglaublich gutes Foto eines Schopfaffen / Schopfmaka (Macaca Nigra) im Netz. Der britische Fotograf David Slater ist aufgrund dieses Fotos mit dem Online-Lexikon Wikipedia in einen absurden Rechtsstreit geraten.

In ihrem Transparenzbericht schreibt die Wikimedia-Stiftung:

Ein Fotograf ließ seine Kamera in einem Nationalpark von Nord-Sulawesi in Indonesien kurz unbeaufsichtigt […]. Ein Schopfaffenweibchen bekam die Kamera in die Finger und nahm eine Bilderserie auf, darunter auch Selbstproträts […].

Was fasziniert uns so an dieser Geschichte?Affen-Selfie

Sind es die wirklich guten Fotos, die uns so faszinieren? Immerhin sind Selfies ja fast schon wieder out. Oder ist es der absurde Rechtsstreit um Urheberrechte? Die Geschichte ist ja auch schon etwas in die Jahre gekommen. Immerhin sind die Fotos nun bereits drei Jahre alt und es wurde im Netz hinreichend berichtet, bzw. die Medien haben fleißig voneinander abgeschrieben. Trotzdem gibt es jetzt plötzlich ein solch großes Interesse an dieser Story?

Headlines unserer Journalisten-Elite zum Affen-Selfie

Ärger um Affen-Foto bei Wikipedia (mittelhessen.de)

Affentheater um Selfie: Wer hat das Recht am Bild? (Reutlinger General Anzeiger)

Wem gehört das Affen-Selfie? Die Urheber-Rechte (FAZ)

Affen-Selfie: Urheberrechtsstreit zwischen Fotograf und Wikipedia (Focus Online)

Urheberrecht an Affen-Selfie – Der Affe war’s (Legal Tribune Online)

Auffällig: In den deutschen Medien geht es fast ausschließlich um die Frage, wer die Rechte an den Fotos hält. Eine Sprecherin der Wikimedia-Stiftung hat in einer Mail an die Huffington Post auch hier ihren Standpunkt klar gemacht hat:

Nicht Slater habe das Urheberrecht, denn nicht er, sondern der Affe selbst habe das Foto geschossen. Nach US-Recht allerdings können Tiere keine Urheberrechte besitzen. Deshalb gehöre das Urheberrecht niemandem und das Bild sei Gemeingut.

Quelle: sueddeutsche.de

Die FAZ hat keine Kosten und Mühen gescheut und lässt die Frage in ihrem Artikel „Für Affen ist die Rechtslage ungünstig“ von einem echten Rechtsanwalt beantworten, die Süddeutsche zitiert eine E-Mail einer Wiki-Sprecherin an die Huffington Post, die das US-Recht als Rechtsgrundlage heranzieht und die Legal Tribune Online zitiert das Deutsche Urheberrecht.

Noch offen gebliebene Fragen

Nachdem die deutschen Medien bisher hauptsächlich den Fragen des Urheberrechts nachgegangen sind, ist es an der Zeit, ein paar andere Fragen zu stellen.

Machen Tiere die besseren Selfies?

Um diese Frage hinreichend beantworten zu können, reicht es bereits aus, Tier-Selfies mit Menschen-Selfies zu vergleichen.

Tier-Selfies
 Menschen-Selfies

Auffällig: Diese per Zufall ausgewählten Tier-Selfies scheinen tatsächlich besser zu sein, als die Selfies von Fußballern und Politikern (obwohl Bundespräsident Gauck eine recht gute Figur auf dem Weltmeister-Selfie macht). Kann dies jedoch als Beweis dafür genügen, dass es sich bei den Fotos tatsächlich um von Affen gemachte Selfies handelt? Getreu dem Motto: Glaube nur, was du selbst gefälscht hast, hat nicht vielleicht doch der Fotograf selbst die Aufnahmen gemacht und die Geschichte um die Affen-Selfies bloß erfunden, um die Bilder besser verkaufen zu können? Als dann die Wikimedia-Stiftung die Rechte an den Bildern kurzerhand der Allgemeinheit zusprach, ging diese Strategie (vorerst) jedoch nach hinten los. Was blieb? Ein absurder Rechtsstreit – der den Bildern noch mehr Popularität und vereinzelt sogar verunsicherte Online-Redakteure (Huffington Post Deutschland) dazu brachte, diese Fotos zu kaufen, anstatt sich, wie sonst üblich, einfach in der Wikipedia zu bedienen?

Nur so eine (Verschwörungs-) Theorie…?

Bielefeldverschwörung

Bielefeldverschwörung

Bei einer guten Verschwörungstheorie reicht es in der Regel aus, Fragen zu stellen, die sich die Journalisten der größten deutschen Medienanstalten offensichtlich nicht gestellt haben.

  • Wer hat etwas von der erneuten Veröffentlichung der Affen-Selfies?
  • Wer kann von sich behaupten, dass er jemals ein so gutes Selfie gemacht hat, wie dieser Schopfaffe?
  • Welcher Fotograf, der immerhin damit argumentiert, seinen Lebensunterhalt mit seinen Fotos verdienen zu wollen, lässt seine Kamera irgendwo im Regenwald von Indonesien unbeaufsichtigt liegen?
  • Neigen Affen dazu, die Kamera eines richtigen Fotografen auf Anhieb richtig nutzen zu können, um damit ganze Bilderreihen aufnehmen zu können? Jeder Hobbyfotograf erinnert sich bestimmt noch an seine ersten stolzen Gehversuche mit der ersten Spiegelreflex-Kamera.
  • In welchem Zustand befand sich die Kamera, als der Fotograf sie von den Affen zurückbekam?
  • Kameratyp / Modell / Objektiv?
  • etc.

Aber warum stellten sich die Medien (Focus, Spiegel, FAZ, Welt, etc.) diese Fragen nicht? Wollten sie bloß eine Story, die sich gut verkaufen lässt? Oder mangelte es etwa an Kreativität bei der Beantwortung solcher Fragen? Oder gab es tatsächlich Antworten, die sich aber nicht so schön verkaufen lassen würden?

Britische Medien beispielsweise berichteten viel ausführlicher über den Fall. So zum Beispiel „The Telegraph“ in seinem Artikel „Wikipedia refuses to delete photo as ‚monkey owns it‘. Dort können sogar weitere Bilder aus der Affen-Bildserie angesehen werden.

Abmahnung – Das Spiel mit der „German Angst“

Dass in deutschen Medien nicht so ausführlich berichtet wird, liegt vielleicht auch an einem Komplott von Abmahnanwälten. Es war wohl mal wieder an der Zeit, dem mündigen, in Deutschland lebenden Internetnutzer zu zeigen, dass alles, was irgendwo im Netz veröffentlicht wird, zu hohen Abmahn- und Gerichtskosten führen kann. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob es sich um virtuelle Objekte wie Fotos oder Videos handelt, und es ist dabei erst recht egal, ob diese Objekte vom Menschen oder vom Affen produziert worden sind. Es ist ebenfalls nicht von Interesse, ob der Nutzer solche Fundstücke in bisher sicher geglaubten Jagdgründen, wie der Wikipedia, aufspürt oder ob sich direkt auf der Seite des Fotografen bedient wird. Sicher ist nur – NICHTS IST SICHER.

In der Hauptsache bleibt die „German Angst“ und der Irrglaube, für wirklich alles bezahlen zu müssen.

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